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Harponline - die technischen und betriebswirtschaftlichen Zusammenhänge

Diese Webseite beschreibt beispielhaft die Entwicklung des Internetmarketing am Beispiel von HARPONLINE.DE

Sie soll zeigen, wie neue Webseiten im Jahr 2015 mit Hilfe von html5, php, mysql, jQuery und Javascript, Webdesign, Produktfotografie und Bildbearbeitung sehr einfach gestaltet werden.

Wer sich ein wenig Zeit nehmen mag, der kann hier nachempfinden, wie sich die Anforderungen an die Programmierung von CRM-, ERP- und Shopsystemen mitsamt den dazugehörigen Disziplinen Produktmagement und Customer Relations Management oder auch der Finanzbereich mit Controlling und Steuern im Lauf der Jahre entwickelt haben, und wie sich das Internetsgeschäft aus den ''wilden'' Anfängen seit dem Jahr 2000 professionalisiert hat.

Wenn sich der eine oder andere ehemalige Kunde von Harponline auf diese Seiten verirrt und sich die Zeit nimmt für eine Nostalgietour durch den ehemaligen Harponline Webshop, dann freut mich das ganz besonders.

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DIE GEGENWART

Harponline Memorial Page - CMS

Als CMS ist das OpenSource Projekt Concrete5 verwendet.

Der größte Vorteil ist der Front Editor, der es dem Admin der Site ermöglicht, schnell und intuitiv den Content der Seite zu bearbeiten, auch wenn dies nicht sehr oft geschieht.

Für den Webdesigner ermöglicht das Framework nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, eigene Templates einzubinden und diese mit js-Funktionalität zu verbinden, ohne sich um Sicherheit und die SEO kümmern zu müssen.

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Usability

Was sich mit den Jahren stark verändert hat, ist die Größe und Auflösung von PC-Bildschirmen.
Dies ermöglicht die Darstellung von großen hochaufgelösten Fotografien. Dieses Feature ist in der Startseite des Projektes als reine Scrollpage umgesetzt. Auf unterschiedlich großen Bildschirmen werden unterschiedliche Layouts eingesetzt, so dass sich die Größe der Fonts anpasst. Die Bilder  selbst passen sich nicht an. So wird jeder Betrachter, je nach dessen Bildschirmauflösung und Gerät einen anderen Ausschnitt zu sehen bekommen.

Mobiles und Handhelds werden von der Software erkannt und diese schaltet auf eine Darstellung um, welche auf die großformatigen Hintergrundfotos verzichtet.

Eine zweite Navigation (gelber Balken links) ist als Off-Canvas gestaltet und mit JQuery umgesetzt.

Die Informationsseiten (z.B. diese hier) sind mit dem Twitter Bootstrap Framework umgesetzt und daher stufenlos responsive, egal, mit welcher Auflösung man surft.

zur Startpage
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DIE HARPONLINE GESCHICHTE

Harponline Shopsoftware

Die Harponline Shopsoftware wurde in den Jahren 2003/2004 von Dieter Raber als PHP Referenzprojekt geschrieben. Professionelle Shopsoftware, wie sie heute im OpenSource Bereich zur Verfügung steht, war zum damaligen Zeitpunkt nicht verfügbar. Außerdem erforderte die revolutionäre Bestellmöglichkeit für einzelne Mundharmonikastimmzungen einen ausgefeilten Programmieransatz mit sehr viel technischem Verständnis für die Konstruktion von Mundharmoikas, da das Instrument vom Aufbau her sehr viel anspruchsvoller ist, als das dröge Image des Produktes suggeriert.

Im Jahr 2006 packte Jochen Pollex den Webshop in ein CMS-Framework, um für den Shop einerseits und die journalßischen Inhalte (Blog, Workshops, Newsletter, Kundenpräsentation, usw.) ein einheitliches Design und eine gemeinsame Navigation zu haben. Damit wurde es erstmals möglich, von journalistischen Beiträgen aus direkt auf das Produkt im Shop zu verlinken, um so die Conversion Rate anzuheben. Gleichzeitig senkte dies die Anzahl der Rückfragen bei uns in der Firma, was wiederum die Produktivität der knappen Human Ressources anheben half.

Ab 2007 wurden alle Weiterentwicklungen vom Inhaber selbst ausgeführt.
In diesem Zeitraum kam der Harponline Tuning Designer dazu, ein Tool, welches die Bestellungen von Instrumenten mit Sonderstimmungen direkt vom Kunden aufnimmt und in ein Produktionsblatt für die Customproduktion umwandelt. Mit diesem Tool lag die Fehlerquote bei Null, da die Bestellung eindeutig reproduziert werden konnte und in der Regel der Kunde falsche Konfigurationen selbst zu verantworten hatte.

zum Tuning Designer

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Infotainment als Vertriebskonzept

Harponline war ein radikaler Bruch mit den Denkweisen, welche das Marketing von Mundharmonikas im Jahr 2000 dominierten:
Das Black-Box-Denken der Hersteller:

  • Die Mundharmonika ist ein billiges zugenageltes Wegwerf Produkt.
  • Die Mundharmonika ist zwar ein weit verbreitetes, aber im klassischen Sinn kein etabliertes Instrument.
  • Anspruchsvolle musikalische Leistungen kann man von diesem Instrument nicht erwarten.

Was an den Herstellern nahezu ungestreift vorbeigegangen war:

  • Mundharmonikas waren nicht mehr billig wegen der ansteigenden Lohnkosten.
  • Mundharmonikas waren durch die feste Verankerung des Instrumentes in Blues, Rock und in der elektronischen Unterhaltungsmusik seit den 60erJahren ein etabliertes, nahezu klassisches Instrument geworden.
  • Die Einführung neuer Spieltechniken durch Spieler wie Franz Chmel und Howard Levy hatten das Intrument auf einen neuen Level gehoben.

Entsprechend wurden an die technische Qualität von Mundharmonikas wesentlich höhere Ansprüche gestellt als jemals zuvor.
Vor allem der frühe Bruch von Stimmzungen und die völlig fehlenden Servicekonzepte bei den Herstellern erdrosselte den gesamten Zukunftsmarkt.
Dieses Serviceloch war der Geburtshelfer einer Marketing Idee:

Mundharmonikas müssen so gebaut sein, dass sie zerlegt und wieder montiert werden können.

Da die Industrie offenbar nicht fähig ist, angemessene Instrumente zu einem angemessenen Preis zu produzieren muss der Spieler folgendes akzeptieren:

  • Das Produkt, welches der Spieler serienmäßig kauft,ist ein Rohling.
  • Das Produkt muss vom Spieler auf seine individuellen Bedürfnisse umgebaut und modifiziert werden.
  • Das Produkt ist nach diesem Prozess nachhaltig verwendbar und ist den Aufpreis wert.

Diese Kampagne einschließlich der Vermittlung der hierfür notwendigen Kenntnisse war der erste Schritt von Harponline. Im Jahr 2002 ging die erste Harponline Page ans Netz mit den Harponline Harmonica Service Workshops.

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Harponline im Social Network

In den späten 1990ern explodierte die Anzahl der Internetanschlüsse regelrecht.

  • 1995 Deutschland -> 1,8 Mio Anschlüsse
  • 2005 Deutschland -> 69 Mio Anschlüsse

Weltweit waren im Jahr 2000 ca. 27 Mio Internet-Server registriert.

Für einen Nischenmarkt mit geschätzten 2 Millionen aktiven Spielern weltweit (1 Spieler pro 30.000 Einwohner) gab es plötzlich die Möglichkeit der direkten Kommunikation.

Diese Kommunikation geschah

  • per Email
  • per Newsgroups
  • per Mailinglisten
  • in Foren

In der Mundharmonikaszene etablierten sich als Meinungsführer

Durch die direkten Kommunikationsmöglichkeiten waren nun spielerische und technische Information und Erfahrungen für die ganze Szene weltweit verfügbar.
Durch den Informationsaustausch schälten sich sehr schnell folgende features heraus:

  • Kundenwünsche und Ansprüche an das Instrument wurden formuliert.
  • Lösungen für spielerische und Technische Probleme wurden
    • formuliert
    • diskutiert
    • im Mainstream herauskristallisiert.

Diese im Mainstream gefundenen Lösungen wurden bei Harponline konsequent ins Produktmanagement übernommen und im Internet über den Webshop international angeboten.
Auf Harponline fanden sich die neuesten Trends zusammengefasst, die Firma hörte konsequent auf die Wünsche der Kunden.

Dies zahlte sich aus: Bereits 2003 war Harponline State of the Art. Im Jahr 2010 bediente Harponline 7000 Kunden, davon 50% außerhalb Deutschlands, 25% außerhalb der EU.
Dies entspricht einer Marktgröße von 210 Mio. Menschen.

Harponline hat nie nennenswerte Summen in Printwerbung investiert.

Unsere kompromisslose Teilhabe in den Foren der Internetwelt brachte uns ab 2003 die Marktführerschaft unter den reinen Mundharmonika-Anbietern.

Das sind keine Sprüche.
Die Resonanz in der Harperwelt war manchmal fast schon euphorisch.

In Deutschland waren wir zuletzt das umsatzstärkste Unternehmen in der Sparte Mundharmonika hinter dem Marktführer Thomann.

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Harponline als betriebswirtschaftliches Experiment

Harponline hatte immer nur eine Arbeitskraft: Den Inhaber.

Was auch immer getan werden musste: Human Ressource war das knappste Gut im Unternehmen.
Durch die sehr engen und freundschaftlichen Bindungen zwischen der Inhaberfamilie und den Kunden, die über das Social Network und die Nische, in der sich alle bewegten, gespeist wurden, war es aber Programm, dass der Kunde so viel als nur möglich in die Mitarbeit eingebunden wurde:

  • Der Kunde und der Webshop erledigen die Auftragsvergabe und -annahme halbautomatisch.
  • Die FAQs und Workshops im Internet erledigen die Grundberatung. Die Zeit am Telefon bleibt für Aquise und Abschluss frei.
  • Die Werbung passiert über Newsletterkampagnen, den Harponline Blog und das Schreiben in den Newsgroups und Foren (Noch kein Twitter und kein Facebook am Himmel!).
  • Für die Durchführung von Reparaturen an Instrumenten ist der Kunde selbst zuständig.
    Den Umsatzträger Ersatzteile gibt es im Webshop mit einer einfach zu verstehenden Benutzerführung.
  • Garantieleistungen und Rückläufer weniger als 1%, da die Harponline Kunden in der Regel kleine Mängel an der Neuware selbst nachjustieren konnten und auch dazu bereit waren.
    Anders wäre der weltweite Versand auch nicht profitabel zu realiseren gewesen.

Dieses extrem schlanke Vertriebskonzept hatte allerdings Widerhaken, die schwer auf den Ertrag drückten: Die Vergleichbarkeit der Preise im Internet machte es uns nicht möglich, die Preise und damit die Erträge in eine Komfortzone zu heben, mit der eine Investition in Infrastruktur und Mitarbeiter möglich gewesen wäre.

So war der Inhaber gleichzeitig Hotline am Telefon, Programmierer, Customizer, Product Manager, Betriebswirtschaftler, Autor, Einkäufer, Buchhalter, Versender und Vortragsredner in einer Person.

2010 stieß dieses Konzept wegen des Umsatzwachstums von jährlich 20% endgültig an seine Grenzen. Michael Timler als Macher von Harponline wechselt mitsamt seiner Marketingstrategie zum Weltmarktführer Hohner in Trossingen. Die Geschäftsleitung hatte die Zeichen der Zeit erkannt!